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Tagung ‘Systemzwang und Akteurswissen’

Ort:
Zeit: 14.06.2013 14:30 – 15.06.2013 18:00

Universität Leipzig, Ritterstraße 26, 04109 Leipzig, neuer Senatssaal

mit: Bob Jessop, Stephan Lessenich, Sighard Neckel, Jenny Preunkert, Uwe Schimank, Hans-Georg Soeffner, Georg Vobruba u.a.

Inhalt:

Die gegenwärtigen modernen, westlichen Gesellschaften sind Krisengesellschaften. Das jedenfalls ist der Eindruck, der sich einstellt, wenn man aktuelle Krisendiskurse soziologisch beobachtet.

Krisen sind wahrgenommene Gefährdungen eines institutionalisierten Handlungsrahmens. Wer aus soziologischer Perspektive Krisen verstehen will, der muss sich ihnen also handlungstheoretisch annähern.
So wird der Blick frei auf das Spannungsverhältnis zwischen strukturellen Zwängen und individuellen Handlungsmöglichkeiten. Dieses Spannungsverhältnis ist jedoch nicht allein ein Charakteristikum von Krisengesellschaften, sondern der Moderne generell. Mit zunehmender Modernisierung von Gesellschaften und der Abwendung von traditionellen Handlungsbegründungen dehnen sich die Möglichkeitsräume individueller Entscheidungs- und Handlungsautonomie aus, zugleich treten dadurch aber neue Anpassungserfordernisse der Systemstabilität und integration zu Tage. Diese Dynamik ist auch Motor der weiteren, zunehmend reflexiven Modernisierung moderner Gesellschaften. So verstanden ist Gesellschaft ein Prozess fortgesetzter, aufeinander bezogener Entwicklung von und Anpassung an (immer nur temporär strukturstabilisierende) institutionelle Arrangements und Krisengesellschaft “nur” eine besonders intensive Form dieses Prozesses.

Auf der Tagung soll die wechselseitige Dynamik zwischen Mikroebene (Handlungsautonomie) und Makroebene (Systemrelevanz) beleuchtet werden. Drei Themenblöcke bieten jeweils die Möglichkeit der Beschäftigung mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen zur Erklärung gesellschaftlicher Modernisierung. Anliegen der Tagung ist es, die gegenwärtig als durchgreifend und intensiv wahrgenommenen Krisenphänomene durch Einordnung in den größeren Rahmen von Evolution und Reflexivität, Konflikt und Integration sowie Krise und Kritik soziologisch handhabbar zu machen. Die Vorträge namhafter Soziologinnen und Soziologen versprechen sowohl empirische Einsichten als auch Erkenntnisfortschritte bei der Theoretisierung der Moderne.

Das genaue Programm und weitere Informationen finden sich hier