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Hearing Wachstum und Demokratie

Ort:
Zeit: 03.11.2016 10:00 – 04.11.2016 17:00

Moderne kapitalistische Gesellschaften sind dynamische Wachstumsgesellschaften. Ihre relative Stabilität über wiederholte Krisenperioden hinweg basiert auf stetigen Zugewinnen an ökonomischer und technischer Effizienz und auf damit einhergehendem wachsendem materiellem Wohlstand. Soziale Konflikte haben sich insbesondere in westlichen Industrieländern immer wieder durch Umverteilung der Wohlstandszuwächse befrieden lassen. Im Kontext der gegenwärtigen ökonomisch-ökologischen Doppelkrise zeichnet sich jedoch zunehmend ab, dass dieser tief in die institutionellen Logiken der modernen Gesellschaften eingelassene Wachstumszwang selbst zum Krisentreiber geworden ist: Die zur Befriedung von Konflikten notwendigen Wachstumsraten werden seit längerem nicht mehr erreicht, die Wohlfahrtstaaten werden ausgehöhlt und die negativen ökologischen Folgen lassen die frühere Vision einer globalen Verallgemeinerbarkeit des westlichen Wohlstandsmodells als illusorisch erscheinen.

Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren von unterschiedlichen Akteuren quer durch die politischen Lager eine Kritik am Wachstumszwang formuliert. Dabei variieren die Annahmen jedoch stark darüber, welche Implikationen ausbleibendes Wachstum für die existierenden demokratisch verfassten Gesellschaften hat. Umstritten ist auch, mit welchen Demokratievorstellungen eine Transformation in Richtung Postwachstumsgesellschaften verknüpft werden sollte.

Die DFG-Kollegforscher_innengruppe “Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften” befasst sich in ihrer zweiten Förderphase mit den Fragen nach dem Zusammenhang von Wachstum und Demokratie sowie nach möglichen Übergängen und Konturen einer demokratischen Postwachstumsgesellschaft. Das Hearing zu “Demokratie und Wachstum” hat deshalb zum Ziel, externe Expert_innen zum Themenfeld Demokratie und Wachstum in Dialog mit der Kollegforscher_innengruppe zu bringen und darüber einen inhaltlichen Referenzrahmen zu schaffen, auf den sich die Beiträge des Kollegs beziehen können. Dabei werden folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:

(1) Was ist Demokratie? Was ist eine angemessene Demokratievorstellung für das 21. Jahrhundert?
(2) Wie hängen Demokratie, Wohlfahrtsstaat, (ökonomisches) Wachstum und ökologische Krise zusammen?
(3) Inwiefern ist eine demokratische Transformation hin zu Postwachstumsgesellschaft denkbar? Und wenn ja: unter welchen Bedingungen ist dies möglich?


Die Zahl der TeilnehmerInnen ist aufgrund der räumlichen Gegebenheiten begrenzt und die maximale Teilnehmendenzahl ist bereits erreicht. Bitte wenden Sie sich an [email protected] um sich über ggf. freiwerdende Plätze aufgrund von Absagen zu informieren.


Programm:

3. November – Schloss Dornburg

10:00 – 10:30 Uhr | Begrüßung und Einführung in das Programm

10:30 – 13:00 Uhr | Themenblock I: Theoretische Grundlegungen
Expert_innen: Nancy Fraser, Tine Stein, Hubertus Buchstein

14:00 – 17:00 Uhr | Themenblock II: Demokratie, Wachstumskritik und Ökologie
Expert_innen: Markus Wissen, Ingolfur Blühdorn, Barbara Unmüßig, Martin Kronauer, David Salomon und Oliver Eberl


4. November – Rosensäle Jena

9:00 – 12:00 Uhr | Themenblock III: Demokratisierung der Demokratie I – Wirtschaftsdemokratie
Expert_innen: Michael Krätke (tbc), Hans-Jürgen Urban, Brigitte Aulenbacher, Stephan Schulmeister, Silke Helfrich, Tilo Wesche, Andreas Novy

13:00 – 16:00 Uhr | Themenblock III: Demokratisierung der Demokratie II – Radikale und direkte Demokratie
Expert_innen: Emma Dowling, Raul Zelik, Thomas Bedorf, Lutz Brangsch

16:00 – 16:30 Uhr | Abschluss und Verabschiedung