Democracy and Diversity – a Western Crisis
Ort:
Rosensäle, großer Saal
Zeit:
30.05.2016 20:15 – 22:00
Die gegenwärtige “Flüchtlingskrise” ist eine multidimensionale Herausforderung. Ein “Wir schaffen das” darf nicht nur in logistischen Termini verhandelt werden. Ebenso wenig angebracht ist es, die immer klarer hervortretenden Grenzen und Verwerfungen des Wachstums gegen die Fähigkeit und Verpflichtung der Aufnahme und Integration Schutzsuchender in Europa auszuspielen. Dabei wird die Frage, was die neue Konstellation für die Demokratie bedeutet – temporär wie dauerhaft – bisher praktisch überhaupt nicht gestellt; und wenn doch, wird signifikant ausgeblendet, welche positiven Transformationschancen sich für den Gesamtzustand europäischer Demokratien bieten. Es ist anzunehmen, dass dafür jedoch neue Wege beschritten werden müssen, politisch wie analytisch. Eine potentiell vielversprechende und zu überprüfende Möglichkeit besteht darin, einen neuen Multikulturalismus zu entwickeln, der das demokratische Zusammenleben unter veränderten Bedingungen tragen könnte.
Ein prädestinierter theoretischer Wegbereiter für ein solches Konzept ist Charles Taylor, der nicht nur zu den maßgeblichen Protagonisten der Multikulturalismusdebatte der 1990er Jahre gehörte, sondern das Konzept auch fortlaufend weiterentwickelt und seine Eignung für verschiedene Bedingungen (Kanada, USA, Europa) diskutiert hat, zuletzt unter dem Stichwort Interkulturalismus vs. Multikulturalismus.


